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Verschiedene Kosmetik mit Fragezeichen

Parabene – sind sie schädlich und gefährlich?

Immer wieder hört man von schädlichen Parabenen. Dabei weiß kaum jemand was Parabene überhaupt sind und wie sie die Gesundheit gefährden können. Ist Kosmetik ohne Parabene tatsächlich die bessere Wahl?

Was sind Parabene?

Parabene sind eine Gruppe von Chemikalien, die als Konservierungsstoff in kosmetischen Produkten und teilweise sogar in Lebensmitteln eingesetzt werden. Da Kosmetik oft aus Wasser besteht und Keime gerne in diesem gedeihen, ist eine Konservierung notwendig.

Warum stehen Parabene in der Kritik?

Parabene sind der Struktur des weiblichen Sexualhormons Östrogen sehr ähnlich. Da sie über die Haut aufgenommen (dermal absorbiert) werden, wird befürchtet, dass sie den Hormonhaushalt von Menschen durcheinanderbringen können. Versuche an Ratten zeigen, dass diese Befürchtung nicht unbegründet ist. Bei männlichen Ratten senken die Parabene den Testosteronspiegel und führen zu einer Verringerung der gesunden Spermien. Bei weiblichen Ratten wurde ein Anwachsen des Uterus festgestellt. Die volle Dosis Weiblichkeit also.

Gefahr für die Gesundheit?

Hier wird es etwas kniffelig! Die gesundheitlichen Schäden können nur schwer eingeschätzt werden. Entsprechende Langzeitstudien am Menschen fehlen. Eines scheint jedoch gewiss zu sein: Parabene lagern sich in unserem Körper an. Eine Studie, mit 2,548 Teilnehmern hat gezeigt, dass Parabene in fast jedem Menschen nachgewiesen werden können. Bei Frauen ist die gemessene Konzentration deutlich höher (da diese mehr Kosmetikprodukte verwenden). Über die Folgen kann man (noch) recht wenig sagen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung misst den Parabenen eine geringe Toxizität bei und verweist darauf, dass andere Konservierungsstoffe häufig ein deutlich höheres allergisierende Potential haben. Pink Ribbon, eine Kampagne gegen Brustkrebs, weist darauf hin, dass Parabene immer wieder in Geweben von Brustkrebstumoren nachgewiesen wurden. Da Östrogen das Wachstum dieser Tumore unterstützt, sind diese Funde heikel.

Untersuchte und nicht untersuchte Parabene

4 Parabenarten wurden in Studien an Ratten untersucht. Die größeren Butyl- und Propylparabene und die kleineren Methyl- und Ethylparabene. Für diese 4 Parabene wurden Höchstkonzentrationen in kosmetischen Produkten festgelegt. Bei anderen Parabenarten fehlt es an eindeutigen Forschungsbefunden. So kann der Effekt von Isopropyl-, Isobutyl- und Phenylparabenen nicht ausreichend eingeschätzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Kosmetikherstellern von einer Verwendung dieser Parabene ab.

Höchstkonzentration
Studien durchgeführtPropylparaben0,19%
Butylparaben
Methylparaben0,4%
Ethylparaben
Keine Studien durchgeführtIsopropylparabenkeine festgelegt
Isobutylparaben
PhenylparabenVerwendung verboten

 

Leider scheint die kostengünstige Konservierung der eigenen Produkte häufig zu reizvoll zu sein. Die Datenbank Kosmetikanalyse.de listet alleine 1004 Produkte auf, die mit den unerforschten Parabenen konserviert wurden. Ein Skandal! Sollten Sie die unerforschten Parabene auf der Inhaltsstoffliste entdecken, haben Sie es mit einem wirklich dummdreisten Hersteller zu tun und sollten das Produkt und diesen Hersteller in Zukunft meiden.

Fazit

Parabene haben wenig allergisierendes Potential. Problematisch ist die Verwendung als Konservierungsstoff trotzdem. Bei näherer Betrachtung, gibt es keine Studien, die eine Risikoeinschätzung für den Menschen ermöglichen. Dass das Bundesinstitut für Risikobewertung die Verwendung in Kosmetika trotzdem erlaubt, wirkt auf mich unverständlich. Ich kann jedem nur empfehlen, die Inhaltsstoffliste der verwendeten Kosmetikprodukte einmal unter die Lupe zu nehmen. Sogar bei Luxuskosmetik werden nur allzu häufig Parabene verwendet. Nico hat viele Produkte in diesem Artikel untersucht. Bei der Pflege für Haut und Haar empfiehlt sich die Verwendung von parabenfreier Kosmetik.

 

Quellen

Antonia M. Calafat – Urinary Concentrations of Four Parabens in the U.S. Population

Breast Cancer Action Germany – Parabene: Ein EU-Infofaktenblatt unter der Lupe

Bundesinstitut für Risikobewertung  – Verwendung von Parabenen in kosmetischen Mitteln 

Pink Ribbon – Preservative found in Breast Cancer Tissue From Cancer Patients

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