040 228689 43

Mineralöle in Kosmetik: Gut oder schlecht?

Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe vieler Hautpflegeprodukte verrät: sie enthalten Mineralöle. Nicht zuletzt eine wohlbekannte Creme in der blauen Dose basiert auf diesen Fetten. Mineralöle bieten auch einige Vorteile, jedoch nur wenige für die Hautgesundheit. Sorgen bereiten auch aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH), die vermehrt in kosmetischen Produkten entdeckt wurden.

Was sind Mineralöle und wo kommen sie her?

Mineralöle werden aus Erdöl gewonnen, ähnlich wie Benzin oder Diesel. Sie werden natürlich viel weiter gefiltert, bis nur noch bestimmte Kohlenwasserstoffe darin enthalten sind. Es entsteht ein durchsichtiges Öl, weshalb auch von Weißöl gesprochen wird.

Wie wirken sie in der Kosmetik?

Mineralöle bieten einige Vorteile für den Einsatz in Hautpflegeprodukten. Sie sind sehr leicht zu verarbeiten und besonders haltbar. Während pflanzliche Öle ranzig werden können und in der Creme zusätzlich geschützt werden müssen, ist dies bei Mineralölen nicht notwendig. Für viele Hersteller auch ein wichtiger Punkt: Mineralöle sind sehr kostengünstig.
In der Anwendung bieten sie den Vorteil, dass sie so gut wie keine Allergien auslösen. Das hat auch damit zu tun, dass Mineralöle, als Produkte des Erdöls, unserem Körper fremd sind. Darum dringen sie auch nur in die obersten Schichten der Haut ein. Dort erzeugen sie eine art Film, der die Haut sofort abdichtet. So wird der Wasserverlust der Haut gestoppt und von außen fühlt sich die Haut weich an.

Warum wir sie nicht haben wollen

Diese Abdichtung der Haut ist allerdings das Problem. Die Haut kann nicht mehr richtig atmen und wird träge. Die natürlichen Regenerationsprozesse der Haut werden verlangsamt. Benutzen wir mineralölhaltige Cremes, um uns Linderung, z. B. bei trockener Haut zu verschaffen, müssen wir uns bewusst sein, dass wir nur einen kurzfristigen Effekt erzielen. Unter der Schutzschicht der Mineralöle bleibt die Haut genauso angespannt und gestresst wie zuvor.
Da die Mineralöle nicht wirklich in die Haut eindringen können, sind sie zudem nicht dafür geeignet, Vitamine und andere Wirkstoffe zu transportieren. Für Pflegeprodukte mit einer echten Anti-Aging-Wirkung scheiden sie damit aus.

MOAH – Ein neuer Kosmetikbösewicht in Mineralölen?

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ein Verzicht auf Mineralöe ratsam erscheint. Eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest hat in allen getesteten Produkte aromatische Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. In der Kurzform heißen diese MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). MOAH sind Schadstoffe, die potenziell karzinogen, also krebserregend, wirken. Inwieweit MOAH durch die Haut gelangen, wurde noch nicht abschließend bewertet.  In jedem Fall aber sollte Lippenpflege mit Mineralölanteil vermieden werden. Dieser wird nämlich einfach geschluckt, wodurch MOAH direkt in den menschlichen Organismus gelangen.

Wie erkenne ich Mineralöle?

Es gibt unterschiedliche Arten von Mineralölen, die zu allem Überfluss auch noch unterschiedliche Namen haben. Das macht es natürlich auch leichter, sie vor uns zu verstecken.
Auf der Liste der Inhaltsstoffe verbergen sich Mineralöle unter den Namen:
Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline

Fazit

Eine gute Hautcreme muss für uns im Einklang mit der Haut funktionieren und sie in ihrer natürlichen Funktion stärken. Mineralöle, als hautfremde Stoffe, haben da nichts zu suchen. Sie bieten zwar kurzfristige Effekte ,jedoch leidet die Haut unter dem Mineralölfilm.
Eine deutlich bessere Alternative bieten pflanzliche Öle, die aus Triglyceriden bestehen, mit denen die Haut etwas anzufangen weiß. So besteht z. B. das Sebum, die von den Talgdrüsen produzierte Schutzschicht der Haut, zu 41 % aus diesen Ölen.
Mit diesen lassen sich auch emulgatorfreie Cremes mit Phosphatidylcholin herstellen, mit denen sich Strukturen erzeugen lassen, die den Aufbau der Haut nachbilden.

Quellen
Stiftung Warentest – Mineralöle in Kosmetika: Kritische Stoffe in Cremes, Lippen­pfle­gepro­dukten und Vaseline
Wikipedia – Mineralöl
Wikipedia – Paraffin

Kommentare
  • Huckepack

    ich hatte auch zuerst ein/ zwei Tage leicht gerötete Haut, dann hat sich das aber gegeben und jetzt bin ich voll zufrieden!!!! zum Thema Minaralöle: Castor Oil steht auch noch oft mit auf der Liste der Zutaten – hier wird vielleicht etwas entsorgt über eine Hautcreme, was die Industrie sonst teuer entsorgen müßte? Ähnlich wie bei Klosteinen!