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Gelbe Phospholipide Blasen im Wasser

Phosphatidylcholin (PC) – Geheimnis wirksamer Kosmetik

Jeder kennt die Stars der Anti-Aging-Substanzen wie Vitamin C oder Hyaluron. Es gibt aber auch natürliche Wirkstoffe, die kaum bekannt sind und dennoch die Basis wirksamer Kosmetik bilden. Dazu zählen die Phospholipide. Ihr wirkungsvollster Vertreter ist Phosphatidylcholin – der Hauptbestandteil jeder menschlichen Zellmembran. Aus diesem Stoff lassen sich feinste Cremes mit spürbarer Rundumwirkung herstellen. Für eine starke Hautbarriere, verfeinerte Poren und echte Tiefenwirkung. Hier erfahren Sie wie Phosphatidylcholin Ihre Haut schön und gesund macht.

Was ist Phosphatidylcholin (PC)?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns ganz kurz den menschlichen Körper an. Wissen Sie woraus der menschliche Körper besteht? Richtig, größtenteils aus Wasser. Und zwar zu ungefähr zwei Dritteln. Der Rest unseres Körpers besteht aus Zellen – ganz einfach erklärt.

Diese Zellen haben verschiedenste Aufgaben. Es gibt z. B. Muskelzellen, Gehirnzellen und Hautzellen. Alle Zellen haben eines gemeinsam: Sie werden von einer Zellmembran umgeben. Diese natürliche Membran besteht zu einem Großteil aus Phosphatidylcholin (PC ist leichter zu lesen und auszusprechen). PC kommt also natürlich in unserem Körper vor.

Was hat das mit Anti-Aging-Kosmetik zu tun? Die einfache Antwort: Alles! Denn eine Creme auf der Basis von PC ist körpereigen und entwickelt erstaunliche Wirkungen:

  1. Sie kann Vitamine tief in die Haut tragen
  2. Sie stärkt die Hautbarriere und sorgt für eine gute Durchfeuchtung
  3. Sie sorgt für eine kontinuierliche Hauterneuerung und bildet eine sanfte Alternative zum Peeling mit Vitamin A oder Fruchtsäure
  4. Sie wirkt gegen Akne und sorgt für eine natürliche Porenverfeinerung

Übrigens, bei den Kosmetik Inhaltsstoffen erkennt man PC meistens nicht direkt. Es ist ein besonderer Auszug von Lecithin. Auf der INCI-Liste verbirgt es sich hinter der Bezeichnung Hydrogenated Lecithin.
Nur bei Cremes, die besonders konzentriertes PC enthalten (mehr als 80 % rein) finden Sie es auf der Inhaltsstoffliste. Es nennt sich dann Hydrogenated Phosphatidylcholine und ist eine echte Seltenheit. Herkömmliches Lecithin enthält nur etwa 30 % Phospholipide und davon nur etwa 12 % reines PC.

Warum cremen wir uns eigentlich ein?

Ganz klar, wir wollen unsere Haut mit allem versorgen, was sie braucht, um optimal zu funktionieren. Das sind Feuchtigkeitsspender und natürliche Lipide (also Fette) für eine gute Durchfeuchtung und Vitamine, die dem Alterungsprozess entgegenwirken.

Für beides ist die Basis einer Creme entscheidend. Diese muss in der Lage sein, alle Komponenten in die Haut zu bringen. Genau hier kommen die Phospholipide ins Spiel. Genauer: das Phosphatidylcholin (PC). Alle Stoffe, die unsere Haut gesund und schön machen, sollen da ankommen, wo sie wirken können. Am besten funktioniert das in einer hauteigenen Cremebasis.

Was machen Phospholipide in einer Creme?

Sie sind einfach ein natürlicher Emulgator – und doch so viel mehr. Eine Creme besteht immer aus Wasser und Fett. Genauer sind es kleine Öltröpfchen, die sich gleichmäßig im Wasser verteilen. Damit sich Wasser und Öl mischen können, werden in der Regel Emulgatoren verwendet. Häufig sind diese hautfremd und legen sich wie ein Film auf die Haut. Die wichtigste Funktion des Cremens findet also gar nicht statt – weder Vitamine, noch Fette können in die Haut gelangen.

Anders ist dies bei Kosmetik auf der Basis von Phosphatidylcholin. Wasser und Öl werden nämlich nicht durch den Einsatz eines künstlichen Emulgators gemischt, sondern durch echte Zellmembranen. Diese legen sich sich um die Öltröpfchen und setzen sich so zusammen, wie sie in unserem Körper vorkommen.

Das ist die Basis wirksamer Kosmetik. Denn genau diese Biomembranen aus Phosphatidylcholin tragen Fette, Feuchtigkeitsspender und Vitamine in die Haut – da wo sie wirken können. Die Wirkung einer Creme wird durch die natürliche Basis verstärkt und verlängert.

Phosphatidylcholin – Cremes mit Langzeitwirkung

Das ist aber noch nicht alles. Denn PC entwickelt selbst ganz erstaunliche Eigenschaften. Es ist in der Lage, die Bestandteile der Creme in unsere Hornschicht (die oberste Schicht unserer Haut) zu bringen, wo sie sich nachhaltig anlagern.

In unserer Haut entsteht ein Depot aus Feuchtigkeitsspendern, Lipiden und Vitaminen. So wird die Haut nach dem Cremen weiter genährt. Die Vitamine können über die Zeit in unsere Epidermis (die tieferen Hautschichten) gelangen und ihre positive Wirkung auch dort entfalten. Die Feuchtigkeitsspender und Lipide sorgen nachhaltig für eine gute Durchfeuchtung der Haut.

Wirkt wie von selbst
Eine weitere Besonderheit von PC ist, dass es wie von selbst wirkt. Es wird von der Haut aufgenommen und enzymatisch in weitere Wirkstoffe zersetzt – ganz natürlich. Vielleicht haben Sie schonmal von Ceramiden oder Linolsäure gehört? Ceramide sind in der Haut dafür verantwortlich, dass die Haut ihre Schutzfunktion ausüben kann. Auf die Linolsäure werden wir im nächsten Absatz näher eingehen. Diese beiden Stoffe entstehen aus der Zersetzung von PC und helfen Ihrer Haut.

Hauterneuerung und ein feineres Hautbild

Das natürliche Strahlen der Haut wird heute gerne als ‘Glow’ bezeichnet. Genau dieser ‘Glow’ entsteht durch die hauterneuernde Wirkung des Phosphatidylcholin. Dafür sorgt der Hauptbestandteil unseres unbekannten Anti-Aging-Helden: die Linolsäure.

Gerade im Alter ist der Körper auf eine erhöhte Zufuhr angewiesen. Bei der Anwendung von PC-Cremes erhöht sich der Anteil von Linolsäure in unserem Hauttalg nachhaltig. Diese kann dann gegen Verhornungstörungen an den Talgdrüsen wirken. So können Poren optisch verkleinert werden, da sie nicht mehr verstopft sind. Übrigens wirkt gerade die stabilisierte Linolsäure aus PC in der Haut besonders gut.

Die Linolsäure ist es auch, die unsere Hauterneuerung auf sanfte Art und Weise fördert. Es entsteht ein sanfter Peeling-Effekt, der zwar etwas länger braucht (ca. 3 – 4 Wochen), sich aber in seiner sichtbaren Wirkung vor AHA- oder Retinol-Peelings nicht zu verstecken braucht. Wir haben es schon immer gesagt: Gute Hautpflege wirkt nicht über Nacht.

Kleine Randnotiz: Phosphatidylcholin bei Cellulite

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir auch die potentielle Wirkung von Phosphatidylcholin bei Cellulite. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass Cellulite durch ein Phosphatidylcholin Gel, zusammen mit Infrarot-Bestrahlung, bei acht von neun Frauen deutlich verringert werden konnte. Diese Studie ist zwar recht klein, allerdings ist bekannt, dass PC für gesteigerten Fettabbau sorgen kann.

Zu diesem Zweck wird Phosphatidylcholin auch vom Dermatologen gespritzt. Diese Prozedur ist als “Fett-weg-Spritze” oder Injektionslipolyse bekannt und soll bei Frauen gegen Fettpölsterchen helfen. Grundsätzlich stehen wir bei Beyer & Söhne Injektionen eher skeptisch gegenüber. Auf einen Versuch mit einer reinen PC-Creme ohne Nebenwirkungen könnte man es ganz ohne Risiko ankommen lassen.

Vor allem wenn die Creme zusätzlich Vitamin C, Vitamin A und Hyaluronsäure enthält – wie unsere Hautcreme+. Diese Wirkstoffe stärken nämlich das Kollagengerüst und sorgen so zusätzlich für mehr Spannkraft. Wir möchten uns auf diesem Gebiet aber klar von Wirkversprechungen distanzieren. Alles andere wäre unseriös.

Unser Anspruch: Anti-Aging-Creme mit reinem Phophatidylcholin

Bei Beyer & Söhne möchten wir alles ein bisschen besser machen. Heute sind wir eine der einzigen Firmen weltweit, die eine Cremebasis verwendet, deren alleiniger Emulgator 97 % reines Phosphatidylcholin ist. Dieser erlesene Rohstoff ist der König unter den Phospholipiden und etwas eigenwillig. PC ist nämlich schwierig zu verarbeiten und hat grundsätzlich einen sehr hohen Preis. Aber für so eine Creme lohnt es sich, die berühmte Extrameile zu gehen.

Fazit

Phosphatidylcholin ist ein unbekannter Anti-Aging-Allrounder, der es ermöglicht, Cremes zu formulieren, die nachhaltig wirken. Für uns ist es die Basis wirksamer Kosmetik. Dieser körpereigene Stoff sorgt in Cremes für eine echte Rundumwirkung. PC transportiert Wirkstoffe, verfeinert die Poren und stärkt die Hautbarriere.

Man fragt sich natürlich, warum man so selten von diesem Inhaltsstoff hört. Nun ja, wir haben jetzt einen ganzen Artikel verfasst und nur das Allerwichtigste erklärt. Welcher Kosmetikkonzern hat in dieser schnelllebigen Welt für so etwas noch Zeit ;-) Wir freuen uns, dass Sie diesen Text gelesen haben.

Dieser Artikel wurde im Februar 2018 aktualisiert.


Quellen

Pubmed – The effectiveness and safety of topical PhotoActif phosphatidylcholine-based anti-cellulite gel and LED (red and near-infrared) light on Grade II-III thigh cellulite: a randomized, double-blinded study.
Pubmed – Phosphatidylcholine liposomes as carriers to improve topical ascorbic acid treatment of skin disorders
Pharmazeutische Zeitung – Liposom ist nicht gleich Liposom
Truth in Aging – Phosphatidylcholin
Handbook of Cosmetic Science and Technology – Liposomes
Wikipedia – Injektionslipolyse

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