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Peptide in der Kosmetik

Peptide in der Kosmetik – Wundermittel oder pures Marketing?

Peptide in kosmetischen Produkten haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Aber sind sie wirklich eine ultimative Wunderwaffe gegen Hautalterung und Falten, oder überschätzte Inhaltsstoffe ohne wissenschaftlichen Bezug? In diesem Artikel wollen wir der Frage nachgehen, was Peptide allgemein sind und ob sie in Kosmetika nützlich sein können. Leider verfestigt sich unsere Vermutung: Peptide sind vorerst mehr Marketing-Masche, als Substanzen mit nachgewiesener Wirkung.

Was sind Peptide?

Peptide sind kleinere Eiweiße (Proteine). Ihre Bausteine sind mehrere Aminosäuren, die durch Peptidbindungen verbunden sind, daher der Name. Peptide haben zahlreiche Funktionen in der Natur – manche fungieren als Botenstoffe in Pflanzen, andere sind Hormone im menschlichen Körper. Es macht folglich keinen Sinn von dem einen Peptid zu sprechen. Sie sind eine sehr umfangreiche Klasse von Stoffen, so dass es nicht sinnvoll ist, mit diesem Begriff zu werben. Es gibt verschiedenste Peptide mit theoretischen Eigenschaften. Aber können diese sich in unserer Kosmetik entfalten?

Peptide in der Kosmetik

Peptiden werden heute starke Anti-Aging-Eigenschaften nachgesagt. Dies beruht zum Teil darauf, dass sie theoretisch die Kollagenproduktion der Haut stimulieren könnten. Kollagen ist selbst ein Protein (ein größeres Peptid) und sorgt für ein gesundes und straffes Hautbild. Andere Peptide haben starke entzündungshemmende Eigenschaften, die ebenfalls der Haut gut tun. Auch wenn sich diese Fakten schön anhören, fehlen bisher Studien, die die Wirksamkeit in unserer Haut beweisen. Um ihre Eigenschaften zu entfalten, müssten Peptide durch die Haut eindringen. In der Haut befinden sich aber zahlreiche Enzyme, die darauf spezialisiert sind, Fremdstoffe (inkl. Peptide) zu zerstören. Die Haut lässt nämlich sehr wenige Substanzen durch, da sie sich immer vor eventuellen Gefahren schützen möchte. Somit haben Peptide nur unter sehr speziellen Bedingungen, die man noch zu erforschen hat, überhaupt die Möglichkeit, durch die Haut hindurch zu gehen, um positive Effekte auszulösen. Es ist also noch unklar, ob Peptide in unserer Haut wirken können. Medizinisch wahrscheinlich ist, dass sie gar nicht dort ankommen, wo sie wirken sollen.

Fazit

Obwohl kosmetische Produkte mit Peptiden rein theoretisch vielversprechende Eigenschaften aufweisen, fehlen bisher wissenschaftliche Beweise für ihre Wirksamkeit in lebendigen Organismen. Hinzu kommt, dass die meisten Produkte, die Peptide enthalten, unnötig überteuert sind. Ein neu entdecktes Peptid mit unverständlichem Namen klingt zugegebenermaßen innovativ und irgendwie auch interessanter als z. B. Vitamin C oder Retinol. Aber bei intensivem Blick in die Wissenschaft wird klar, dass Vitamin C und Retinol Substanzen mit soliden wissenschaftlichen Nachweisen für Ihre Wirksamkeit sind. Sie schützen nicht nur vor freien Radikalen, die die Haut altern lassen, sondern stimulieren auch tatsächlich die Kollagenproduktion – etwas, das Peptide lediglich versprechen, aber bisher keiner gesehen hat. Weitere Forschungsarbeiten bleiben also abzuwarten.

 

Quellen

Studie: Cosmeceutical peptides